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01.04.2016 Seite

Der Quecksilberdampfgleichrichter

Objekt des Monats - April 2016

Quecksilberdampfgleichrichter Typ QNT 220/25, der Apparate-Werke Berlin Treptow, gebaut um 1955 in Funktion

| Elektrotechnische Sammlung

Seine Funktion beruht auf der Ventilwirkung einer von einer glühenden Kathode ausgehenden Gasentladung, die nur den Stromfluss von der Kathode zur Anode zulässt.

Das zu Anfang mittels eines Hilfslichtbogens hoch erhitzte Quecksilber sendet Elektronen aus, die eine Zündung zu der/den Anoden einleitet. Zwischen je einer Anode und der Kathode bildet sich bei jeder entsprechenden Halbwelle des angelegten Wechsel- bzw. Drehstromes ein Stromübergang über den Quecksilberdampf des ansonsten luftleeren Glasgefäßes. Da sich die von der Kathode ausgehenden Elektronen jeweils zu der Anode mit der höchsten positiven Spannung bewegen, wandert der Lichtbogen bei mehreren Anoden von einer zur andern.

Das von der Kathode kommende Quecksilber kondensiert am Glaskolben um die Anoden und fließt zur Kathode im untersten Teil des Kolbens zurück. Der sich auf der Oberfläche des Metalls bewegende heiße Anodenfleck liefert im Betrieb die nötige Energie, um beständig für neue Elektrodenemissionen zu sorgen. Die Kühlung des Gleichrichters erfolgt über den zu diesem Zweck größer gewählten Glaskolben. Für größere Leistungen wurden statt der Glasgefäße solche aus Metall verwendet und eine zusätzliche Kühlung geschaffen.

Durch die Entwicklung leistungsfähiger Halbleitergleichrichter wurden die Quecksilberdampf-gleichrichter, die man vor allem für die GS-Versorgung von Straßenbahnen, Kohlebahnen und Elektrolysen einsetzte, ab den 1960er Jahren durch diese ersetzt.

Der allgemeine Öffnungstag im April ist Dienstag, der 26. April 2016,
Öffnungszeit von 14 bis 18 Uhr.
Im Mittelpunkt steht der Komplex: Gleichstromerzeugung.

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