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01.11.2014 Seite 60 0

Der Umschalt-Pendelzähler

Objekt des Monats - November 2014

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Der Umschalt-Pendelzähler

| Elektrotechnische Sammlung

Beschreibung

Dieser von der Firma ARON gebaute Eich-Zähler für Drehstrom 3 mal 110 V wurde 1913 gefertigt.

Das genutzte Prinzip ist die elektromagnetische Beeinflussung das den Gang der Uhr regelnden Pendels zur Messung der Amperestunden bzw. der elektrischen Arbeit. Einen ersten Vorschlag zur Konstruktion eines solchen Zählers gab es schon 1881.

Die ersten ARON-Pendelzähler waren Amperestundenzähler. In Ihnen wurde die normale Pendellinse der Uhr durch einen Stahlmagneten ersetzt. Unterhalb dessen befand sich eine vom Messstrom durchflossene Spule, die in Abhängigkeit vom Strom die Geschwindigkeit des Pendels und damit den Gang der Uhr beschleunige. Die abgenommenen Amperestunden wurden durch den Ableser anhand der Zeitdifferenz zu seiner Taschenuhr mit einer Umrechnungstabelle bestimmt.

Um aus dem Amperestundenzähler einen Kilowattstundenzähler zu machen, wurde der Permanentmagnet des Pendels durch einen von der Netzspannung erregten Elektromagneten ersetzt. Um den Fehler bzw. die Manipulationsmöglichkeit mit der Uhr des Ablesers auszuschließen wurde ein zweites unbeeinflusstes Uhrwerk dazu gebaut und die Differenz der beiden Uhrwerke über ein Getriebe direkt zur Anzeige gebracht. Zähler dieser Bauart hatten noch den Nachteil, dass durch die Gangdifferenz der beiden Uhrwerke Fehler entstanden und die Pendel bei Inbetriebnahme angestoßen werden mussten.

Diese Nachteile beseitige der 1892 entwickelt Umschalt-Pendelzähler. Er hat zwei vom Messstrom und der Messspannung beeinflusste Pendel, dessen Schaltung so gestaltet ist, dass dieser Strom das eine Pendel beschleunigt und das andere im gleichen Verhältnis verzögert. Die Gangdifferenz der beiden Uhren ist dann der Wattbelastung der Anlage proportional. Der Einfluss der gegebenenfalls vorhandenen Ungleichheit der Schwingungsdauer der beiden Pendel wird durch eine Umschaltvorrichtung beseitigt, die alle 10 Minuten den Belastungsstrom der Spulen umschaltet ohne die Richtung des Zählwerkes zu ändern.

Der Zähler ist für Gleich-, Wechsel- und Drehstrom geeignet. Für die Nutzung als Drehstromzähler wurde die bekannte ARON-Schaltung zur Messung von Drehstrom mit nur 2 Strom- und Spannungsspulen entwickelt.

Wegen des großen Aufwandes bei Herstellung und Betrieb solcher Zähler hat sich sehr bald der preiswertere Motorzähler mit dem Ferraris-Prinzip durchgesetzt.

Literaturangaben

  • Grundzüge der Zählertechnik von Dr.-Ing. W. v. Krukowski, Verlag von Julius Springer Berlin 1930

Der allgemeine Öffnungstag im November ist Dienstag, der 25. November,
Öffnungszeit von 14 bis 18 Uhr.
Im Mittelpunkt steht der Ausstellungskomplex Alles rund um den „Stromzähler“.

Im Dezember ist die Besichtigung nur mit Voranmeldung möglich.

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