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Ausschnitt Komplex „Schalterhalle mit Ölschaltern“

| Elektrotechnische Sammlung
30.09.2026 Seite

Ölschalter

Objekt des Monats - Oktober 2026

Der allgemeine Öffnungstag im Monat September:
Dienstag, der 27. Oktober 2026,
Öffnungszeit von 14 bis 17 Uhr
(begonnene Führungen bis 18 Uhr),

Im Mittelpunkt steht in diesem Monat der Ölschalter.

Allgemeines

Ölschalter sind Leistungsschalter, die bei Hochspannungsschaltanlagen im Bereich der elektrischen Energietechnik zum Einsatz kommen. Bei Ölkesselschaltern befindet sich der Schalter in einem mit Öl gefüllten Gefäß. Das Öl dient dabei zur Löschung des bei Schaltvorgängen auftretenden sehr heißen Schaltlichtbogens. Brown, Boveri & Cie. schlug bereits 1892 Ölschalter vor, die ersten Ölschalter wurden 1895 von dem britischen Unternehmen Ferranti entwickelt und zum Patent angemeldet [1].

Anfangs befanden sich die Pole in einem mit Öl gefüllten Kessel. Das Öl dient dabei als Isolier- und als Löschmedium, wodurch große Mengen an Öl notwendig waren.

Die Schaltkammer und die Schaltkontakte befinden sich beim Ölkesselschalter vollständig unter Öl in einem luftdichten Kessel. Durch den Lichtbogen wird im Öl Wasserstoffgas bei hohem Gasdruck und mit sehr hoher Wärmeleitfähigkeit gebildet, welches dem Lichtbogen Wärme entzieht und so zur Löschung führt. Das Öl muss als Verbrauchsmittel laufend erneuert werden, um die bei den Schaltvorgängen entstehenden Zersetzungsprodukte und Verunreinigungen im Öl zu beseitigen.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Ölschalter die einzigen verfügbaren Leistungsschalter mit hoher Kurzschlussleistung, um auch Kurzschlussströme in den damals neu entstandenen elektrischen Energienetzen sicher ausschalten zu können.

Die Ölschalter werden je nach ihrer Reihenausschaltleistung und Einschaltfestigkeit gemäß den Regeln für Hochspannungsgeräte R.E.H. 1929 in Reihen- und Hochleistungs-Ölschalter eingeteilt [2].

Durch diese Nachteile (Ölmenge und Ölverschmutzung) wurden in den 1930er Jahren die ölarmen Leistungsschalter entwickelt [1]. Diese sind einpolig ausgeführt, wobei sich jede Phase in einem eigenen Isolierstoffzylinder befindet. Das Öl dient nicht mehr zur Isolation. Er ist konstruktiv so gestaltet, dass beim Schalten das Öl in den Lichtbogen gespritzt wird. Dadurch wird der Lichtbogen durch das Öl nicht nur gekühlt, sondern gleichzeitig ausgeblasen [3]. Leistungsschalter nach diesem Prinzip werden auch als Strömungsschalter bezeichnet.

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Ölschalter (Drei Brüder Schacht Freiberg)

| Elektrotechnische Sammlung

Im Mittelpunkt steht in diesem Monat der in nebenstehender Abbildung gezeigte Hochleistungs-Ölschalter. Dieser Ölschalter wurde 1925 von der Firma Siemens-Schuckert-Werke in Nürnberg gefertigt und hat folgende technische Daten:

- Typ: R.E.H.10/R41/10x
- Nennspannung: 10 kV
- Nennstrom: 600 A
- Nennfrequenz: 50 Hz
- Nennausschaltvermögen: 200 MVA
- Antriebsart: Handantrieb


Der Ölschalter wurde 1925 im Drei-Brüder-Schacht in Freiberg von den Siemens-Schuckert-Werken installiert. Nach 100 Jahren musste er 2025 aus Platzgründen bei Umbauarbeiten entfernt werden und wurde uns vom Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V., namentlich Herrn Bernhard Wagenbreth zur Verfügung gestellt.


Quellen:
[1]        https://www.vde.com/de/geschichte/chronik/schalter-sicherungen-schutzrelais-und-schaltanlagen
[2]           AEG-Hilfsbuch. 8. Auflage. AEG Berlin, 1960, DNB 571679757, S. 5/34 ff.
[3]        Stiller, Arthur: Die Starkstromtechnik, - Handbuch für die Errichtung elektrischer Starkstromanlagen, 5. verbesserte Auflage. Heinrich Killinger Verlagsgesellschaft m. b. H., Nordhausen am Harz, 1929, S. 376-384


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