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01.03.2015 Seite 85 0

Hochfrequenz-Heilgeräte

Objekt des Monats - März 2015

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Hochfrequenz-Heilgerät

| Elektrotechnische Sammlung

Im Mittelpunkt werden die für die Nutzung durch Laien gedachten Hochfrequenz-Heilgeräte stehen, die auch von Leipziger Firmen produziert wurden. Ihre Blütezeit hatten sie zwischen den zwei Weltkriegen. Sie waren, nach Ansicht ihrer Hersteller, geeignet, eine große Vielzahl der gewöhnlichen Volkskrankheiten zu heilen.

Dieses Objekt des Monats wurde schon im Dezember vorgestellt, aber am Öffnungstag wird ein funktionierendes Gerät zu bestaunen sein.

Beschreibung

Hochfrequenz-Heilgeräte wurden ab etwa 1920 hergestellt. Das obenstehende Exponat mit dem Namen „Original TUFABOR“ baute die Leipziger Firma Richter & Mückenhaupt um das Jahr 1930.

Solche Geräte sollten dienen:
• der besseren Durchblutung der Haut (durch Widerstandserwärmung)
• der Heilung durch Licht und Farben (unterschiedliche Farben möglich) und:
• der Blutauffrischung durch Ozon (wurde an den Elektroden erzeugt).

Sie wurden eingesetzt gegen Ausschläge, Erkältung und Schmerzen, aber auch bei Zuckerkrankheit, Epilepsie oder Tuberkulose. /1/ Die echte Wirkung war wohl eher eine psychologische. Ihre Blütezeit hatten diese Geräte zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg.

Das Gerät ist eine Kombination aus Funkeninduktor und Tesla-Spule. Den Aufbau zeigt nachfolgender Schaltplan /2/.

Der Funkeninduktor erzeugt mittels eines Unterbrechers auf dem Niveau von 110 oder 220 V Wechselspannung eine hochfrequente Spannung im Bereich von 10-20 kHz, die einer Tesla-Spule (untergebracht im Handgerät) zugeführt wird. Diese Spule transformiert die Spannung auf Werte um die 40 kV, die in Glasröhren mit vermindertem Gasdruck und verschiedenen Formen eingespeist wird. Die unterschiedlichen Formen entsprechen den jeweiligen Anwendungsgebieten am menschlichen Körper (z.B. Ausbildung als Kamm).

Beim Überstreichen der Haut mit der Glasröhre kommt über dem Körper ein Stromfluss zustande. In der Röhre selbst entsteht durch die Stromleitung in verdünnter Luft eine Leuchterscheinung, deren Farbe von der Glaszusammensetzung abhängt. Bei Hautkontakt erzeugt der Strom ein leichtes Kribbeln. Dessen Intensität kann durch Änderung der Frequenz beeinflusst werden.

Nach Herstellerangaben sind diese Geräte „kinderleicht“ zu bedienen und „absolut ungefährlich“.

Quellen

Internetseiten, mit Stand vom 15.09.2011
/1/ http://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow/Publikationen/rubens/ruben039.htm
/2/ http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Glimmroehren/Hochspannung.htm

Der allgemeine Öffnungstag im März ist Dienstag, der 31. März 2015,
Öffnungszeit von 14 bis 18 Uhr.

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