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Ausschnitt Komplex Gleichstromerzeugung

| Elektrotechnische Sammlung
31.07.2023 Seite

Historische Kohlebogenlampe

Objekt des Monats - August 2023

Der allgemeine Öffnungstag im Monat August:
Dienstag, der 29 . August 2023,
Öffnungszeit von 14 bis 17 Uhr (begonnene Führungen bis 18 Uhr),
Im Mittelpunkt steht die Historische Kohlebogenlampe.

Eine Kohlebogenlampe, kurz auch Bogenlampe genannt, ist eine elektrische Lichtquelle mit einem in Luft brennenden Lichtbogen zwischen zwei Elektroden aus Graphit. Es war die erste elektrische Lampe, die über längere Zeiträume helles Licht abgeben konnte, und somit die erste in Serie produzierte elektrische Lampe.
Die erste kommerziell erfolgreiche Kohlebogenlampe, die „Jablotschkowsche Kerze“, wurde von dem Russen Pawel Jablotschkow 1876 entwickelt. Die Lampe war so ausgeführt, dass die komplizierte Mechanik zur Nachführung der Kohleelektroden entfiel. Jablotschkow verwendete für die Stromversorgung einen damals neuartigen Generator von Gramme, welcher gemeinsam mit der Bogenlampe auf der Weltausstellung Paris 1878 vorgestellt und von Zénobe Gramme vermarktet wurde.

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(Historische) Kohlebogenlampe

| Elektrotechnische Sammlung

Am 1. März 1879 verwendete Werner Siemens (ab 1888 von Siemens) eine von ihm entwickelte elektrische Bogenlampe erstmals zum Zwecke der Straßenbeleuchtung an seinem Haus. Bei dieser Differential-Bogenlampe konnten die Kohlestäbe, zwischen denen der Lichtbogen brannte, automatisch nachreguliert und mehrere Lampen an einen Generator angeschlossen werden.
Im Auftrag der AEG entwarf Peter Behrens, ein Architekt, Maler, Designer und Typograf, der als Pionier des modernen Industriedesigns gilt, im Jahr 1907 die schlichte, rein von der Funktion bestimmte Gestaltung der Sparbogenlampe, die in den folgenden Jahren weiterentwickelt wurde.
Heinrich Beck erfand 1906 die „regelwerklose Bogenlampe“, was zur Gründung der Deutschen Beck-Bogenlampengesellschaft in Frankfurt am Main führte. Nachdem sich Beck bereits 1909 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und sich seinen Anteil hatte auszahlen lassen, gelang ihm 1912 im neu gegründeten Physikalisch-technischen Laboratorium in Meiningen die Konstruktion des seinerzeit leistungsstärksten Marine-Scheinwerfers. Nachdem sich die deutsche Marine nicht zu einem Einsatz dieser Technologie hatte entschließen können, wurde der Beckscheinwerfer im August 1914 in New York im Beisein des Erfinders getestet.

Kohlebogenlampen waren in vielen Städten die erste elektrische Beleuchtung. Die Leipziger Firma Körting & Mathiesen entwickelte und produzierte bereits ab 1889 Bogenlampen für Straßen- und Saalbeleuchtung, bevor sie ab 1897 auch Bogenlampen-Scheinwerfer baute. Die Firma existiert heute noch unter dem Namen Leipziger Leuchten GmbH in Leipzig Paunsdorf. Leipziger Leuchten GmbH zählt heute zu den führenden Leuchtenherstellern für Innenraum- und Straßenbeleuchtung in Deutschland.

Bei der im Bild dargestellten Bogenlampe handelt es sich um eine Beck-Lampe mit folgenden technischen Daten:

Spannung: 46 Volt
Strom: 10 Ampere
Baujahr: ca. 1905

Literatur:
Dr. Ing. Berthold Monasch, Oberingenieur „Elektrische Beleuchtung“, 2. ergänzte Auflage mit 112 Abbildungen, Dr. Max Hänecke Verlagsbuchhandlung, Hannover 1910.


 

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